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Diese Frage stellte sich Günter Grass selbst – und eigentlich lässt sie sich für sein Werk gar nicht eindeutig beantworten. Denn Schreiben und Zeichnen gehörten für ihn von Anfang an zusammen. Nach einer Ausbildung zum Bildhauer und Grafiker in Düsseldorf und Berlin wurde Grass zunächst als Schriftsteller bekannt. Doch die bildende Kunst blieb ein wesentlicher Teil seines Schaffens: Zeichnungen, Radierungen, Aquarelle und Plastiken begleiteten seine literarische Arbeit, illustrierten seine Bücher und entwickelten eigene Geschichten. Das Günter Grass-Haus bewahrt heute mehr als 1.400 Zeichnungen, Druckgrafiken und Aquarelle seines bildkünstlerischen Nachlasses.
Besonders eindrücklich wird dieses Zusammenspiel von Wort und Bild dort, wo Grass selbst zum Beobachter seiner Zeit wird. 1990 kommt er nach Altdöbern. Er sieht die vom Braunkohletagebau geprägte Landschaft, die offenen Gruben, Abraumhalden und stillgelegten Förderanlagen – eine Landschaft im Umbruch. Er zeichnet, skizziert und schreibt darüber. Aus diesen Eindrücken entstehen der „Brief aus Altdöbern“ und weitere Arbeiten, in denen sich Landschaftsbeobachtung, politische Reflexion und bildnerische Gestaltung unmittelbar verbinden.
Dabei bevölkern seine vertrauten „Wappentiere“ – Hahn, Butt, Ratte, Schnecke und Vögel – auch die Lausitzer Landschaft. Sie sind mehr als Illustrationen: Grass setzt sie als eigenwillige Begleiter in eine Welt, die sich sichtbar verändert. So wird die Landschaft von Altdöbern bei ihm zum Bild für eine Zeit des Übergangs – und seine Kunst zu einer Form des genauen Hinsehens.
Die Ausstellung der Günter Grass Kulturtage Altdöbern lädt ein, diesen Grass nicht nur als Schriftsteller, sondern als Zeichner und Grafiker zu entdecken – und dabei neu auf den Ort zu schauen, an dem er selbst so genau hingesehen hat.
Die Werke hängen in Schaufenstern und an öffentlichen Orten – die Ausstellung ist so jederzeit zu sehen. Kein Eintritt, keine Öffnungszeiten … mitten im Ort, offen für alle.
Sie starten nach einem Kaffee im Café Schauwerk (Markt 2, montags geschlossen), gehen einmal um den Markt herum – dann weiter durch Marktstraße und Bahnhofstraße, bis Sie links in die Teichpromenade und parkähnliche Ruhe einbiegen. Dann schlendern Sie den Mühlendamm am Wasser entlang und kommen an die letzte Station, den Frischemarkt – und wieder zurück zur Marktstraße.
Das ist eine schöne Runde durch Altdöbern auf guten 1.600 m. Nehmen Sie sich sehr viel Zeit, alle Werke zu betrachten, schätzen wir die Dauer des Ausstellungsspaziergangs zwischen 60 und 90 Minuten – schneller geht es natürlich jederzeit …

Standort: Café Schauwerk, Markt 2
07.10.1973
Günter und Ute Grass Stiftung | Sammlung Grass-Haus Lübeck

Standort: Schaufenster Büro Sabine Ilmert, Markt 6
L 237, 2004
Günter und Ute Grass Stiftung

Standort: Fenster Pension Am Schlosspark, Markt 23
1999
Günter und Ute Grass Stiftung

Standort: Fenster Lokatorium, Bahnhofstr. 12
1995/1996
Günter und Ute Grass Stiftung
Aus dem Manuskriptmaterial zu "Fundsachen für Nichtleser", Steidl Verlag, 1997

Standort: Geschäft Foto Wünsche, Bahnhofstr. 7
1990
Günter und Ute Grass Stiftung
Abgedruckt in "Unterwegs von Deutschland nach Deutschland", Steidl Verlag, 2009

Standort: Geschäft Uhren & Schmuck Frey, Bahnhofstr. 17
1990
Günter und Ute Grass Stiftung
Abgedruckt in "Unterwegs von Deutschland nach Deutschland", Steidl Verlag, 2009

Standort: Cut and Colour Friseur-Kosmetikstudio, Bahnhofstr. 22
April 1996
Günter und Ute Grass Stiftung
Zu "Fundsachen für Nichtleser", Steidl Verlag, 1997

Standort: Cut and Colour Friseur-Kosmetikstudio, Bahnhofstr. 22
August 1996
Günter und Ute Grass Stiftung
Zu "Fundsachen für Nichtleser", Steidl Verlag, 1997

Standort: Optiker Brämigk, Bahnhofstr. 24
1990
Günter und Ute Grass Stiftung
Abgedruckt in "Unterwegs von Deutschland nach Deutschland", Steidl Verlag, 2009

Standort: Aushang Heimatverein e.V., Geschwister-Scholl-Str. 26
Behlendorf, 1996
Günter und Ute Grass Stiftung
Zu "Fundsachen für Nichtleser", Steidl Verlag, 1997

Standort: Bekleidungsgeschäft, Bahnhofstr. 34
1990
Günter und Ute Grass Stiftung
Abgedruckt in "Unterwegs von Deutschland nach Deutschland", Steidl Verlag, 2009

Standort: Gemeindebad Altdöbern, Teichpromenade
Behlendorf, 1996
Günter und Ute Grass Stiftung
Zu "Fundsachen für Nichtleser", Steidl Verlag, 1997

Standort: AWO Begegnungs- und Beratungsbüro, Mühlendamm
1990
Günter und Ute Grass Stiftung
Abgedruckt im Künstlerbuch "Signatur", Verlag Rommerskirchen, 1991

Standort: Vereinsaushang, Mühlendamm
im Sommer 1990
Günter und Ute Grass Stiftung
Abgedruckt im Künstlerbuch "Signatur", Verlag Rommerskirchen, 1991

Standort: Frischemarkt Helbig, Marktstr. 5 (Schaufenster Mühlendamm)
Behlendorf, Oktober 1998
Günter und Ute Grass Stiftung
Alte Apfelsorten, wie im Behlendorfer Garten wuchsen, im Hintergrund der Blick bis zum Elbe-Lübeck-Kanal.
Günter Grass Kulturtage Altdöbern
c/o Heimatverein Altdöbern e.V.
03229 Altdöbern · Bahnhofsweg 9 kontakt@grass-tage.de
Projektleitung
Natürlich. Kultur. +49 30 33006101
kontakt@natuerlich-kultur.com
Pressekontakt
KRANZ PR · Angelika Kranz +49 3643 77360600
+49 177 2745455
kranz@kranz-pr.de
Manchmal genügt ein Mutausbruch …
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