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Pfingstkonzert: Petite Messe Solennelle

Bühne Musik
Datum 24. Mai 2026, 17:00 Uhr
Ort Vietgest
Preis 28,50 – 34,00 €
Weitere Informationen zur Veranstaltung www.reservix.de

Eine faszinierende Eigenart von Musik ist, dass in ihr verschiedene, widersprüchliche Dinge gleichzeitig geschehen und dass der Zusammenklang dieser Gegensätze Sinn ergibt. Um dies hörbar zu machen, stellen wir dem Akkordeon mit seinem orgelhaft gehaltenen Klang das Klavier gegenüber, dessen Töne härter beginnen und schneller verklingen – so öffnen sich unseren Hörer*innen die verschiedenen Ebenen einer Komposition, sie erleben das Werk aus einer neuen Perspektive.

Die Wirkung ist verblüffend: Ludwig van Beethovens letzte Klaviersonate op. 111, ein so großartiges wie sperriges Werk, wird in der Bearbeitung für Akkordeon und Klavier zugänglich und berührend. Mit diesem Werk stieß Beethoven die Tür auf in ein neues Zeitalter großer Emotionen, großen Klangsinns und großer Zerrissenheit, die Romantik.

„Prélude, Fugue et Variation“ von César Franck ist Romantik durch und durch: die Form (Präludium und Fuge) erzählt von einer märchenhaft verklärten Vergangenheit und beim Hören kann man sich dem Gedanken nicht entziehen, von dieser Melodie schon einmal geträumt zu haben. César Franck schrieb dieses Werk zunächst für Orgel und arbeitete es dann um in ein Duo für Klavier und Harmonium, wahrscheinlich aus genau den Gründen, aus denen wir auch heute unsere Besetzung wählen.

Der Schritt vom Harmonium zum Akkordeon, mit dem wir das Werk aufführen, ist ein kleiner: Die Tonerzeugung beider Instrumente ist mit der Orgel eng verwandt, das Akkordeon ist aber im Ausdruck stärker und in der Handhabung wesentlich flexibler. Tatsächlich gibt es für die Kombination Akkordeon | Klavier auch schon romantische Originalmusik.

Wir spielen die schumaneske Sonate op. 57 von Bernhard Molique. Der Entdecker dieser besonderen Klangmischung ist aber tatsächlich ein Opernkomponist: Gioachino Rossini schrieb viele Jahre nach seiner letzten Oper die trotz ihres Namens durchaus großformatige „Petite Messe Solennelle“ für Harmonium und Klavier. Sein Verleger bestand auf einer zweiten Version für großes Orchester, Rossini verfügte jedoch, dass diese erst nach seinem Tod aufgeführt werden durfte. Er wollte das nicht hören! Wir auch nicht. Das Original, aus dem wir einige Instrumentalsätze spielen, ist von vollkommener Schönheit.

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Antje Steen – Akkordeon
Antje Steen studierte Akkordeon an der Musikhochschule Trossingen und ergänzte ihre Ausbildung später durch das Bandoneonstudium in Buenos Aires und Berlin. Die vielfach ausgezeichnete Musikerin konzertiert als Solistin und in Kammermusik-Formationen mit einem Repertoire von Barock über Tango Nuevo bis hin zu zeitgenössischer Musik. Als Gründungsmitglied des Ensembles OPERASSION und Musikerin der Hamburger Kammeroper verbindet sie klassische Konzerttradition mit musikalischer Offenheit und stilistischer Vielfalt.

Fabian Dobler – Klavier und Bearbeitungen
Fabian Dobler arbeitet international als Dirigent, Pianist und Komponist und war u. a. in Buenos Aires und Seoul engagiert. Er studierte Klavier, Dirigieren, Komposition und Philosophie in Hannover und vertiefte seine Ausbildung später in Zürich. Als Gründer des Ensembles OPERASSION entwickelt er besondere kammermusikalische Bearbeitungen großer Werke, die klassische Musik in neue Klangwelten übersetzen. Neben seiner Arbeit mit Orchestern und Theatern komponiert und realisiert er eigene Musiktheater- und Konzertprojekte.

Manchmal genügt ein Mutausbruch …

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